Was Gewalt oder Strafe im Training wirklich bedeutet

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… und warum Strafe nicht nur „Schimpfen“ oder „Leinenruck“ ist

Viele denken bei Strafe an:

  • Anschreien
  • Leinenruck
  • körperliche Einwirkung

Aber Strafe ist jedes Ereignis, das dazu führt, dass ein Verhalten weniger gezeigt wird.

Und das kann auch passieren, ohne dass jemand „gewalttätig“ wirkt.

1. Strafe heißt: Verhalten wird weniger

Strafe bedeutet in der Lerntheorie:

Ein Verhalten nimmt ab, weil die Konsequenz unangenehm war.

Das kann sein:

  • körperliche Einwirkung
  • laute Stimme
  • Bedrohung durch Körpersprache
  • Ignorieren
  • Entzug von Nähe
  • Entzug von Ressourcen (Wasser, Futter, ….)
  • falsche Verstärker (z. B. Leckerli zu spät → Hund wird verunsichert)

Strafe ist also nicht nur Gewalt. Strafe ist jede Konsequenz, die Verhalten unterdrückt.

2. Auch „falsche Verstärker“ können Strafe sein

Beispiele:

  • Du gibst ein Leckerli, aber der Hund ist gestresst → Futter wirkt wie Druck
  • Du lobst, aber der Hund empfindet Nähe gerade als unangenehm → Lob wird zur Strafe
  • Du beugst dich über den Hund → soziale Bedrohung
  • Du fasst ihn an, obwohl er Berührung nicht mag → Berührung = Strafe
  • Du sagst „Fein“, aber gleichzeitig kommt ein Reiz, der ihn erschreckt → Lob wird negativ verknüpft

Ein Verstärker ist nur dann ein Verstärker, wenn der Hund ihn als angenehm empfindet. Sonst ist es Strafe.

3. Warum Strafe gefährlich ist

Strafe führt zu:

  • Stress
  • Unsicherheit
  • Vermeidungsverhalten
  • schlechterer Lernfähigkeit
  • schlechterer Impulskontrolle
  • Vertrauensverlust

Der Hund lernt nicht, was er tun soll; nur, was er vermeiden muss.

4. Gewalt ist nicht nur körperlich

Gewalt im Hundetraining kann sein:

  • Einschüchterung
  • Bedrohung
  • Druck
  • Angst erzeugen
  • soziale Isolation
  • Überforderung
  • absichtliches Ignorieren von Bedürfnissen

Gewalt ist alles, was den Hund emotional oder körperlich schädigt.

5. Was Hunde stattdessen brauchen

Hunde lernen durch:

  • klare Alternativen
  • positive Verstärkung
  • Sicherheit
  • Orientierung
  • Wiederholung
  • ruhige Kommunikation

Verhalten wird stabil, wenn es sich lohnt, nicht wenn es gefährlich ist.

Wissenschaftliche Quellen
  • Ziv (2017) – Aversive Methoden erhöhen Stress, Angst und Aggression
  • Vieira de Castro et al. (2020) – Strafen führen zu langfristig erhöhtem Stress
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