Warum dieser Rat gut gemeint ist, aber emotional und lernpsychologisch völlig daneben liegt
Viele Hundehalter glauben, sie müssten ihren Hund ignorieren, bis er „ruhig“ ist. Die Idee dahinter: Der Hund soll lernen, dass Aufregung „nichts bringt“.
Klingt logisch. Ist aber falsch, unfair und emotional schädlich.
Warum dieser Mythos entstanden ist
Er stammt aus der alten Dominanz‑ und „Ignorier‑Schule“:
- „Der Hund darf nicht bestimmen, wann Kontakt stattfindet“
- „Der Mensch muss neutral bleiben“
- „Aufregung nicht bestätigen“
Alles überholte Konzepte, die wir heute wissenschaftlich widerlegen können.
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Was wirklich passiert, wenn man den Hund ignoriert
Für den Hund bedeutet Ignorieren:
- Unsicherheit
- Frust
- emotionale Verwirrung
- fehlende Orientierung
- Stressanstieg
Viele Hunde werden dadurch noch aufgeregter, nicht ruhiger.
Und das Wichtigste:
Ignorieren ist eine Form von Strafe, wenn der Hund Nähe sucht.
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Warum Begrüßung wichtig ist
Hunde sind soziale Lebewesen. Begrüßungen sind für sie:
- Bindungsverhalten
- Stressabbau
- Wiedervereinigungsrituale
- Sicherheitsbestätigung
- emotionale Regulation
Ein Hund, der begrüßt wird, reguliert sich schneller. Ein Hund, der ignoriert wird, steigert sich oft rein.
Was du stattdessen tun solltest
Begrüße deinen Hund:
- ruhig
- freundlich
- klar
- vorhersehbar
Und leite ihn dann in ein alternatives Verhalten:
- Sitz
- Handtouch
- auf den Platz gehen
- kurz schnüffeln lassen, etwas apportieren…
Orientierung statt Ignorieren. Beziehung statt Frust.
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Warum Ignorieren sogar gefährlich sein kann
Bei manchen Hunden führt Ignorieren zu:
- Anspringen
- Bellen
- Übersprungshandlungen
- Frustverhalten
- Unsicherheit
- Trennungsstress
Und bei sensiblen Hunden sogar zu:
- Rückzug
- Vermeidung
- depressionsähnlichem Verhalten
Ignorieren ist kein Training. Ignorieren ist ein Kommunikationsabbruch.
Wissenschaftliche Einordnung
- Rooney & Cowan (2011) – positive soziale Interaktion reduziert Stress
- Mendl et al. (2010) – Hunde unter Unsicherheit zeigen negative Erwartungshaltung
- Miklósi (2015) – Hunde regulieren Emotionen über soziale Nähe
- Vieira de Castro et al. (2020) – Strafe (inkl. sozialer Strafe) erhöht Stresslevel

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