Was Dominanz wirklich bedeutet
Dominanz ist kein Charakterzug eines Hundes. Sie beschreibt ausschließlich eine Beziehung zwischen zwei Individuen, die in einer konkreten Situation um dieselbe Ressource konkurrieren.
Mehr nicht.
Kein „Chefsein“. Kein „Rudelführer“. Keine „Weltherrschaftspläne“.
Was Dominanz wissenschaftlich bedeutet
- Eine Beziehung, keine Persönlichkeit
- Eine Situation, kein Dauerzustand
- Eine Ressourcenkonkurrenz, keine Absicht
- Ein Interaktionsmuster, kein „Wille zur Macht“
Ein Hund zeigt dominantes Verhalten nur dann, wenn er in einer bestimmten Situation erfolgreich Zugang zu einer Ressource erhält, die ein anderer Hund ebenfalls möchte.
Dominanz ist immer kontextabhängig und niemals auf den Menschen übertragbar.
Was Dominanz NICHT bedeutet
Dominanz ist nicht:
- ein Versuch, Menschen zu kontrollieren
- ein Persönlichkeitsmerkmal („dominanter Hund“)
- ein Grund für Alltagsverhalten wie Ziehen, Bellen, Türen vorlaufen
- ein Erziehungsprinzip
- ein Hinweis auf „Rangordnung“ im Haushalt
Hunde dominieren Menschen nicht. Sie kommunizieren, reagieren, lernen, aber sie planen keine Rangübernahme.
Warum Dominanz im Hundetraining kaum eine Rolle spielt
Hunde orientieren sich an:
- Sicherheit
- Verlässlichkeit
- Emotionen
- Bedürfnissen
- Lernerfahrungen
- Kommunikation
Nicht an Rang.
Deshalb ist Dominanz kein sinnvolles Konzept, um Verhalten gegenüber Menschen zu erklären.
Wissenschaftliche Quellen
Schenkel, R. (1947) – Ursprung der Fehlinterpretation: Wölfe in Gefangenschaft, unnatürliche Bedingungen

Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.