Training ohne Futterchaos –> was wirklich dahintersteckt

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1. Der Futterpunkt, der wichtigste, aber am meisten verkorkste Faktor

Der Futterpunkt entscheidet, welches Verhalten du verstärkst.

Typische Fehler:

  • Futter zu hoch → Hund springt
  • Futter zu weit vorne → Hund zieht
  • Futter im falschen Winkel → Hund dreht sich weg
  • Futter zu spät → Hund lernt das falsche Verhalten

Richtig: Der Futterpunkt muss das Verhalten stabilisieren, nicht sabotieren.

Beispiele:

  • Leinenführigkeit → Futter am Bein
  • Rückruf → Futter nah am Körper
  • Ruhe → Futter tief, langsam, ruhig

-> Futterpunkt verstehen

2. Timing; 0,5 Sekunden entscheiden alles

Hunde verknüpfen Verhalten mit Konsequenzen innerhalb von 0,5–1 Sekunde.

Wenn du zu spät fütterst, lernt der Hund:

  • nicht das Verhalten, das du wolltest
  • sondern das Verhalten, das er jetzt gerade zeigt

Beispiel: Hund setzt sich → Mensch sucht Futter → Hund steht auf → Mensch gibt Futter → Hund lernt: Aufstehen lohnt sich.

-> Timing im Training

3. Trainingsschritte –> zu groß = Chaos

Viele Menschen machen Schritte wie:

  • Wohnzimmer → direkt in den Park
  • 1 Hund → 10 Hunde
  • 2 Sekunden Verhalten → 30 Sekunden Verhalten
  • ruhige Umgebung → volle Ablenkung

Das ist für Hunde nicht machbar.

Richtig: Training muss kleinschrittig, logisch, erfolgssicher sein.

Beispiel Leinenführigkeit:

  1. Reizarm
  2. Kurze Sequenzen
  3. Richtige Futterpunkte
  4. Leichte Ablenkung
  5. Erst dann draußen
  6. Erst dann Reize

-> Trainingsschritte planen

4. Ort des Trainings –> der unterschätzte Gamechanger

Viele starten direkt:

  • im Park
  • auf dem Feld
  • mit anderen Hunden
  • in hoher Ablenkung

Das ist, als würdest du einem Kind Mathe beibringen – auf dem Jahrmarkt.

Richtig: Training beginnt reizarm, nicht realistisch. Realismus kommt später.

-> Ablenkung reduzieren

5. Wer trainiert und wie, beeinflusst das Ergebnis massiv

Hunde lernen personenbezogen und kontextbezogen.

Wenn:

  • eine Person ruhig ist
  • die andere hektisch
  • eine Person klare Signale gibt
  • die andere unbewusste Körpersprache sendet
  • eine Person konsequent ist
  • die andere nicht

… dann lernt der Hund Chaos.

-> Mensch-Hund-Kommunikation

6. Futterqualität ist nicht egal, sondern entscheidend

Viele Hunde arbeiten nicht „unmotiviert“, sondern:

  • das Futter ist zu langweilig
  • die Ablenkung ist zu hoch
  • der Mensch ist zu langsam
  • der Hund ist gestresst

Regel: Je schwieriger die Aufgabe, desto wertvoller der Verstärker.

-> Verstärkerqualität

7. Emotionen; der unsichtbare Faktor

Ein gestresster Hund kann nicht lernen. Ein gestresster Mensch sendet Chaos.

Futterchaos entsteht oft, weil:

  • der Mensch hektisch ist
  • der Hund überfordert ist
  • die Situation zu schwer ist

-> Stress im Training reduzieren

Wissenschaftliche Quellen

Karen Overall (2013): Manual of Clinical Behavioral Medicine for Dogs and Cats → Timing, Verstärkung, Stressreduktion als Basis erfolgreichen Lernens.

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